Der aus England stammende, später Heiliggesprochene Mönch Samson betrat 548 in dieser
Gegend die Bretagne. Er gründete hier ein Kloster. Den Titel der Hauptstadt der Bretagne, den Dol bis ins 13. Jh.
behielt, verdankt es Nominoé, der hier 848 zum König der Bretagne gekrönt würde.
Die alte Bischofsstadt und Hauptstadt des sog. Marais (frz. = Sumpfgebiet, Moor) für seine gotische Kathedrale
berühmt war bis zum 12. Jh. auch religiöser Mittelpunkt der Bretagne. Dol liegt auf etwa 20 m hohen Klippe,
die im 10. Jh. noch von der Brandung umspült war. Später konnte man auf den Meeresablagerungen ein Deich
errichten. Der Deich ist Heute Teil der Küstenstraße von Pontroson über Cancale bis nach St – Malo.
Kathedrale St–Samson
Es ist ein riesiger Bau aus Granit, der größtenteils im 12. und 13. Jahrhundert errichtet und
in den folgenden drei Jahrhunderten vervollständigt wurde. Seine Ausmaße lassen auf die Bedeutung des Bistums zur
damaligen Zeit schließen.
Von außen ist der südliche Teil mit der großen Vorhalle (14. Jh.) am interessantesten. Auch die kleine
Vorhalle (13. Jh.) ist mit ihren zierlichen Spitzbogenarkaden sehr schön, die Nordseite wirkt strenger. Hier erscheint
die Kathedrale deren Brüstung mit der Stadtmauer verbunden war, wie eine Burg.
Im Inneren beeindruckt das ca. 100 m langer Schiff. Ein restauriertes Fenster mit Medaillons (13. Jh.) im Chor ist
bemerkenswert; außerdem beachte man das Chorgestühl (14. Jh.) und den Geschnitzten Bischofsstuhl (16. Jh.).
Über dem Hauptaltar befindet sich die geschnitzte Madonna aus dem 14. Jahrhundert; ihre Bemalung stammt aus dem
Jahre 1859. Das Grabmal des Bischofs Thomas James (16. Jh.) ist im linken Querschiff zu sehen. Im nördlichen Querschiff
ist die Skulptur eines Christus in Banden zu sehen.
Alte Häuser – Im Herzen der Stadt stehen schöne alte Fachwerkshäuser, ehemalige Stadtpalais
und Geschäfte.
Umgebung von Dol de Bretagne
Menhir de Champ–Dolent: Der zur eindruckvollsten der Bretagne gehörende
Menhir (9,50 m hoch, 8,70 m Umfang) stammt aus dem 5 km südlich gelegenen Granitstock von Bonnemain. Sein Name, der
"Feld der Schmerzen" bedeutet, bezieht sich auf einen legendären Kampf, der hier stattgefunden haben
soll.
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Anfahrt: Von der Kathedrale aus sind es ca. 3 km. In Richtung Combourg fahren. Die Schilder beachten!
Mont-Dol
Auf der von Sagen und Geschichten umrankten Kuppe hat der Erzengel Michael gegen den Teufel gekämpft und gewonnen.
Er warf ihn den Berg hinab. Der Berg war, bereits während der Altsteinzeit besiedelt, wurde unter den Kelten zur
Kultstätte. In gallorömischer Zeit wurde die Jagdgöttin Diana verehrt; nach der Christianisierung lebten hier
die Einsiedler und Heilige. Von seiner Höhe (65 m) aus bittet sich eine wunderschöne Aussicht über das Land.
Bei klarer Sicht erkennt man den blauen Strich des Atlantiks und das Mont–St–Michel am Horizont.
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